Christine Zemp
dipl. Musikerin, Musiktherapeutin
und dipl. Psychogeriatriefachfrau

Musiktherapie - Wenn reden allein nicht weiterhilft

Die helfenden und heilenden Kräfte der Musik

Musik mit älteren Menschen

Das Hauptziel meiner Arbeit mit Betagten ist die Erhaltung und Förderung der Lebensqualität. Die Wege dahin sind verschieden. Es gilt herauszufinden, was dem Menschen mangelt und was seine Ressourcen sind. Musik ist so gesehen vor dem Hintergrund musiktherapeutischen Fachwissens auch »Diagnoseinstrument«. Durch behutsames, genaues Hinschauen und Hinspüren kann ich herausfinden, was ein Mensch jetzt braucht. Dies geschieht einerseits im gemeinsamen Musikmachen und -hören und so, wie es möglich ist, auch im Gespräch über das Erlebte.

Präsenz- und Reminiszenztherapie

Je nach Situation und Befindlichkeit brauchen die Menschen verschiedne Arten von Hilfe und Unterstützung, zum Beispiel: Unterstützung bei der Bewältigung von Veränderungen und Verlusterlebnissen und damit verbundener Verunsicherung; Beruhigung und Abbau von Ängsten verschiedenen Ursprungs; Hilfe, um Vergangenes bewältigen oder um aktuelle schwierige Emotionen ausdrücken zu können. Ziel ist dabei immer Erleichterung zu verschaffen, von dem was drückt. Stärkend wirken positive Lebenserinnerungen, die durch Töne und Lieder geweckt werden können.

In der Lebensgeschichte stecken oft viele Möglichkeiten der Würdigung der Person und ihrer bewältigten Lebensschritte und -probleme. Würdigung fördert die Zufriedenheit.

Musik mit an Demenz erkrankten Menschen

Ein Ich-Gefühl möglichst zu erhalten und zu stärken ist ein wichtiger Schwerpunkt in der Arbeit mit diesen Menschen. Mit dem Medium Musik gelingt es oft, Gefühle des Verlorenseins für eine Weile aufzuheben. Und manchmal geschieht es, dass Menschen in solchen Ruhepausen plötzlich benennen können, was sie bewegt. Es ist erstaunlich, wie viel Freude und Lebendigkeit bei Menschen geweckt wird, die sich von meinem Musikangebot ansprechen lassen. Jemand, der kaum noch reagiert, beginnt sich plötzlich sachte im Takt zu wiegen, ein verschlossenes Gesicht beginnt zu leuchten. Gar ein kleines Tänzchen kann drin liegen, wenn die körperliche Verfassung es zulässt. Desorientierte Menschen sind sehr sensibel für Atmosphäre und Stimmungen. Hinhorchen und Staunen nehmen viel Raum ein beim gemeinsamen Erleben von Klängen und Melodien.

Die person- und emotionszentrierte Behandlungsform der Musiktherapie kann als Ergänzung zur individuellen, liebevollen Betreuung und Pflege und den andern Angeboten Wesentliches zum Wohlbefinden der BewohnerInnen beitragen.
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